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BISHERIGE KRITIKEN:


Rezension in der SPEX Okt 02:

Ursprünglich aus Osnabrück, mittlerweile jedoch aus Berlin kommen GOTO OKAY. Ihr Debütalbum „Modellsee“ (Sound Guerilla / DA Music) klingt allerdings, als hätten sie jahrelang einen Proberaum in Hamburg, direkt neben Ostzonensuppenwürfelmachenkrebs, gehabt. Jedenfalls gelingt es ihnen hier streckenweise, den Weg, den diese schmerzlich vermisste Band auf ihrem letzten Album andeutete, weiter auszubauen. Musik, die keine Arbeit scheut, um der Beliebigkeit zu entgehen und Gesang, der sich um einen eigenen Zugang zur eigenen Sprache bemüht.

Jan Niklas Jansen
www.spex.de



Rezension in der INTRO Nov 02:

„Goto Okay“ ist meiner Erinnerung nach ein Befehl einer längst überwundenen Computersprache. Basic oder Logo, auf jeden Fall retro. Dazu hört man, die Band käme aus der Clique rund um Lichtsport (die überaus erfolgreich Visuals zu Live-Events jeder Art raushauen) und sei gerade aus der Provinz nach Berlin gezogen. Um so erstaunlicher, dass die Musik dann trotzdem keinen abgebrühten Hipster-Quark darstellt, sondern überaus detailreich arrangierte Deutsch-Pop Hymnen vorgibt. Mit viel (wenn auch gebrochenem) Pathos und einer unglaublichen Musikalität, die aber nie nervt. Musikalität heisst für mich schon, dass sich Aeronauten’eske Bläsersätze genauso in das Rock-Schema einfinden wie sexy affirmative Klavier-Melodien. Mit „Rezession“ hat man einen kapitalen Hit auf einer Platte, die das hohe Niveau auch über die Länge von zwölf Stücken halten kann. Vielseitigkeit muss kein Schimpfwort sein. Wer es früher mal mit Svevo oder Aroma Gold hielt, wird hier mit den Augenringen schlackern. Knaller.

Linus Volkmann
www.intro.de


Rezension in MUSIC-SCAN Nov 02:

Manchmal gewinne ich die Hoffnung in gute, deutschsprachige Popmusik zurück. Das passiert mir immer dann, wenn mir so gelungene Scheiben wie "Modellsee" ins Haus flattern. Bei Scheiben wie dieser oder der neuen Kettcar beginnt man für kurze Zeit zu glauben, dass es doch noch nicht alles am Ende ist, ja dass man vielmehr einen neuen Anfang wagt. GoTo Okay bewegen sich kontinuierlich in dem Spannungsfeld von verzerrt und clean, von laut und leise, gebrochen und ganz, durchdacht und spontan und immer finden sie ihren Weg aus der Misere. Sie erfinden dabei das Rad keineswegs neu, aber lassen sich auch nicht auf die verstörenden Kompromisse vieler ihrer Kollegen ein. Die Songs sind dabei allesamt von einer unterschwelligen Melancholie geprägt, die, so dumm es sich auch anhört, sehr deutsch klingt. Doch GoTo Okay gehen konsequent ihren Weg und ich bin mir sicher, dass man von der Band in Zukunft noch einiges hören wird.

Matthias
www.music-scan.de


Rezension in ALTERNATIVENATION Okt 02:

der aufbruch. die neue heimlichkeit. heimlich wird komponiert, kreiert und kopiert. in den hinterhöfen deutscher städte, die osnabrück heißen zum beispiel. und man nennt sich goto okay, irgendwas universelles, damit ja keiner merkt, dass hier deutsch gesungen wird. blumfeld sind älter geworden, ostzonensuppenwürfelmachenkrebs sind tot, an krebs gestorben. wer übernimmt das ruder, wer bemüht sich um den erhalt der deutschen sprache in der populärmusik? goto okay bieten sich mit ihrem debüt modellsee an. und sie sind nach berlin gezogen.
da wollen ja im moment alle hin. von wegen berliner schule. und rockmusik mit deutscher linguistik trägt heute namen wie virginia jetzt!, killerkouche, der österreichische geheimtipp garish und etliche andere. goto okay reihen sich ein in die schlange, bekommen mit modellsee aber direkt einen platz ganz weit vorne. goto okay vermittelt aufbruchsstimmung ohne ziel. hier geht die welt unter und goto okay gucken zu (welt unter), sie fahren nach kassel mit bus oder bahn (kassel) oder beklagen die rezession (rezession). "halt den kopf hoch/ du schaffst das schon." das begeistert genau so, als wenn die sterne singen, dass sie ihren rhythmus variieren. goto okay vertonen die gesittete bürgersteigkultur deutscher mittelgroßstädte. der soundtrack zwischen osnabrück und kassel. jetzt geht es nach berlin. vielleicht wird alles etwas pathetischer, großräumiger und internationaler. auf jeden fall sind goto okay interessant. und wir schätzen vor allem die interessanten.
was kann man nun festhalten, hier am papier, das gar keines ist? das goto okay okay geht? das man nicht weiß wo sie enden? aber das sie auf jeden fall schon mal aufgebrochen sind? gut so. sehr gut.
 
simon
www.alternativenation.de



Rezension in BLOOM Okt 02:

Goto Okay sind eine Osnabrücker Band, die Gitarre-Bass-Schlagzeug-Musik mit Tempo, Abwechslung, vielen Breaks und interessanten Texten machen. Ihre erste Platte, die sie am 14.10. bei dem kleinen Berliner Label Sound Guerilla veröffentlichen trägt den Titel "Modellsee". Wenn man der Plattenfirma glauben will, dann bedienen sich Goto Okay "klarer Gesangslinien", die sie in den Mittelpunkt ihrer Musik stellen: "Die Melodie schreibt das Lied". Ganz soweit würde ich dann doch nicht gehen, denn die Instrumente beweisen meist wesentlich mehr Melodiegefühl, als die Gesangsstimme, die sich haupsächlich monoton durch die Songs bewegt. Die Arrangements sind abwechslungsreich und dennoch meist überschaubar, man fühlt sich nicht verloren in einer Musik, die sich nur selbst beweisen will.
Nein, ganz im Gegenteil, es dauert nicht lange, bis man sich richtig wohlfühlt, bis man automatisch einige besonders prägnante Textstellen mitsingt. "Wir wollen wissen, was die Leute antreibt und was sie vermissen" heisst es gleich im ersten Stück "Schock", um gleich danach zuzugeben "man sieht es ihnen nicht gleich an - Kummer trifft die Falschen - was bleibt dann". Nicht alle Texte erschliessen sich dem Hörer unmittelbar, etwa das Stück "Kassel" mit dem eher nichtssagenden Refrain: "Ich fahre nach Kassel, mit dem Bus oder Bahn, dieses Mal schon, dieses Mal schon". Viele Texte auf dieser Platte wirken irgendwie abstrakt, sind aber dennoch das Reinhören mehr als Wert, zumal die Musik ins Ohr geht. Es gibt nichts auf "Modellsee", was man nicht schon in ähnlicher Form irgendwo gehört hat, in einigen Passagen erinnern sie gar ein wenig an die "Sterne". Und doch haben sie etwas ziemlich eigenes, treibendes, manchmal auch melancholisches, das aber immer wieder von der Musik aufgefangen wird. Mal ruhig, mit melodiöser Gitarrenbegleitung und seichtem Schlagzeug, ein anderes mal mit schreienden Gitarren und viel Power - langweilig wird diese CD nicht so schnell. Mir ist sie mittlerweile sogar richtig ans Herz gewachsen und ich hoffe nur, dass sich Goto Okay nicht zu viel Zeit damit lassen, ihr nächstes Album zusammenzustellen. "Oben auf dem roten Turm stehe ich und hör Dir zu - wie gesagt ist alles aus! Auf! Auf!"

Ralf
www.bloom.de



Rezension in ELEKTROLURCH Okt 02:

Versprochen ist versprochen, auch wenn es über 2 Jahre dauert - der Lurch bleibt am Ball.
Langer Rede kurzer Sinn, das Debut von GOTO OKAY ist endlich zu haben. Am 14.10.2002 könnt ihr den durchaus gelungenen Erstling "modellsee" bei eurem Plattendealer erwerben.
Ein kleines Stück geschichtliche Aufarbeitung, denn GOTO OKAY gehörten mit zu den ersten Gästen auf unserer Seite und schon damals mit dem ersten Demo "Cargo" war klar, daß es sich bei GOTO OKAY keinesfalls um ein kurzzeitiges Aufblitzen eines mittelmäßigen deutschsprachigen Newcomers handelte.
Die Musik der drei Neuberliner lebt mit und von der Melodie. Die Gesangslinien betten sich in die interessant gestalteten Songstrukturen und es entstehen kurzweilige Songs, die ins Ohr gehen und auch das Herz nicht kalt lassen.
Trotz ihrer komplexen Struktur wirken alle 12 Songs keinesfalls kopflastig und laden ein, oft gehört und immer wieder neu entdeckt zu werden.

Mawe
www.elektrolurch.com


Rezension auf AMAZON.DE Nov 02:

Melancholie für eine gute Zukunft
"Ich leide so super" haben einmal "Was Wa Wa" gesagt.
Auch Goto Okay haben nichts dagegen, wenn es einmal etwas schmerzt, wenn das Heimweh quält. Doch Goto Okay fahren nicht zurück nach Hause, denn es gibt noch so viel zu entdecken!
Die deutschsprachigen Texte lassen viel Raum zum Reisen. Vielleicht treiben sie einen einsam und verlassen über eine der grünen Wiesen von Island und lassen die Sehnsucht nach dem Freund oder der Freundin unerträglich erscheinen. Doch noch am Abend vor dem wärmenden Kamin erkennt man zufrieden wie schön der Tag war!
Wem diese Beschreibung der Musik von Goto Okay zu pathetisch war: Goto Okay machen deutschsprachigen, positiv-melancholischen Gitarren-Pop, der Parallelen zu Bands,wie z.B. den Sternen, Kante, Blumfeld oder Tocotronic aufweist. Sie sind aber anders; die Instrumente werden immer überraschend und intelligent eingesetzt und geben den Stücken (trotz ihres Hitpotentials) eine vertrackten, aber nie nervenden Charme.

Mario Pätzold
www.amazon.de


Rezension auf MUSIKMAGNET jan 03:

Goto Okay sind aus Osnabrück nach Berlin gekommen, aber anhören tut es sich, als hätten sie in Washington einen Plattenvertrag bei Dischord ausgeschlagen um für den Rest ihres Lebens in Hamburg zu Schule zu gehen. Sperrige Popsongs erwarten uns also, die mit klugen deutschen Texten aufwarten.
Das Debut heißt "Modellsee" und ist schon ein ganz großer Wurf. Zwischen Krachgitarren und schlauen Arrangements bleibt immer Platz für eine große Melodie und schon nach dem zweiten Durchhören will man nur noch am Modellsee in der Sonne liegen. Nach Kettcar legen also auch Goto Okay einen fulminanten Start hin und solche Debuts lassen Großes für Zukunft hoffen.

Holger Gross
www.musicmagnet.de



Rezension auf SPORTSFREUNDIN jan 03:

Also, ich persönlich steh ja auf deutsche Texte! Ob Tocotronic (das neue Album: Klasse!), Die Sterne (was machen die eigentlich gerade?) oder Blumfeld (leider produzieren die heutzutage nur noch Schmalz bzw. Schimpf und Schande), um nur drei der Veteranen deutscher Gitarrenpopmusik zu nennen. Ganz stramm in obengenannter Tradition kommen jetzt auch Goto Okay aus Berlin mit ihrem Debütalbum "Modellsee" daher. Geschmeidigster Gitarrenpop mit lyrischen Texten... Einfach schön!! Sicherlich, das ist schon mal da gewesen – ich sage nur Hamburger Schule, s.o. - doch haben Goto Okay einen absolut eigenen Charme zu bieten. Vielleicht liegt das ja daran, dass die Jungs gerade eben von Osnabrück nach Berlin gezogen und daher noch nicht im Großstadtsumpf total verdorben worden sind? Egal. Hauptsache ist, dass die Musik wirklich schön ist, die Texte intelligent sind und die Scheiblette einfach Spaß macht. Ob beim Autofahren, Nägel lackieren oder ordentlich einen Joint durchziehen, da kann man nämlich so totaaaal intensiv die Texte und.... blablabla! Lange Rede, kurzer Sinn: Kauft euch das Dingen und jut is!

Katja Vaders
www.sportsfreundin.de


Rezension in der
NEUEN OSNABRÜCKER ZEITUNG jan 03:

Wer auf der Goto-Okay-Homepage auf den Link "Heimat" klickt, müsste eigentlich postwendend nach Osnabrück gelangen. Denn da kommen die drei Wahlberliner Birk Hagemeyer, Falk Schlukat und Mathias Rolfes her, und dort haben sie sich auch ihre ersten musikalischen Meriten verdient. Doch weit gefehlt: Wer auf "Heimat" klickt, landet wieder am Anfang - damit ist nichts als "Homepage" gemeint.

Sie haben also etwas für deutsche Wörter übrig (der Bandname ist wohl nichts als die Ausnahme, die die Regel bestätigt). Und deshalb singen sie auch deutsch. "Die Texte", sagen sie, "erzählen vom Aufbrechen und Nichtankommenwollen". Das typische Lebensgefühl von Twentysomethings also, gewürzt mit einer kräftigen Prise gebrochener Melancholie - so, wie man es von Heerscharen junger Literaten kennt und Bücher wie "Liegen lernen". Doch, und das ist eine nicht zu vernachlässigende Qualität von Goto Okay, bemühen sich die Texte um einen eigenen Zugang zu einem in der Literatur schon fast überbesiedelten Feld.

Das Angenehme am nicht mehr ganz blutjungen Alter der drei: Sie haben schon genug (Musik-)Erfahrung im Leib, um tatsächlich etwas zu sagen zu haben, statt die ältesten Klischees auszugraben und zu denken, sie hätten die Quadratur des Kreises geschafft. Natürlich sind gewisse Parallelen zur Hamburger Schule, zu den Suppenwürfeln, nicht von der Hand zu weisen, dennoch gelingt es Goto Okay, mit der Minimalbesetzung Gitarre/Bass/Schlagzeug alle Plattitüden zu umschiffen. Und damit gelingt es ihnen, Konkurrenten wie Virginia Jetzt! aus dem Stand auf die Plätze zu verweisen.

Bereits 2000 wurde das erste Demo "Cargo" wohlwollend aufgenommen, das Goto Okay die Tür zum kleinen Label Sound Guerilla öffnete und schließlich den ersehnten Vertrag bescherte. Bleibt zu hoffen, dass ihnen jetzt der Schritt zu einer größeren Company gelingt - dann werden sie bald über VIVA flimmern und bei Charlotte herumsitzen. Und hoffentlich wohl erzählen, dass "Heimat" nicht nur eine Homepage ist.

Adrian Schwarz
neue osnabrücker zeitung


Rezension auf CROSSOVER jan 03:

Schon mal eine Rezension gelesen, die aus nur einem Satz besteht? (Geht auf www.guc-area.de; Nr. 18; Stormwind: Reflections - Anm. rls) Der Satz hieße: Das Debütalbum "modellsee" von GOTO OKAY klingt so, als hätten Die Sterne zusammen mit Blumfeld ein wunderschönes Klangerlebnis zusammengebastelt.

Aber dem Leser reicht so was ja nicht. Der will lesen und lesen, bis ihm die Augen schmerzen. Dabei kann es so einfach sein. Er müsste sich nur in den gutsortierten Musikalienhandel aufmachen, "modellsee" erweben und glücklich werden. Doch um der schreibenden Zunft gerecht zu werden, möchte ich trotzdem einige Zeilen verlieren. GOTO OKAY sparen ja auch nicht mit Worten:
Drei Wochen fuhr ich "modellsee" in meinem Auto spazieren und nach und nach begann sich mir dieses Album zu erschließen. Einfach war es nicht, die wortreichen Texte gedanklich zu erklimmen. Zuweilen sind die Assoziationsketten der Texter sehr verwirrend und erscheinen "sinnlos" (das böse Wort). Doch wer Drogen nimmt weiß: einmal reicht nicht und seit ich mir "modellsee" ohral verabreiche, kann ich diese Erfahrung nachvollziehen. Stück wird Stück wird klarer, was uns die Poeten sagen möchten. Deshalb bin ich zuversichtlich, in drei, vier Monaten verstanden zu haben, was mir "hawaii", "interview" oder "copy cool" sagen möchten.

Die weiß, grün gehaltene CD beginnt gleich mit vier Meisterwerken. "schock", "auf", "kassel" und "rezession" sind Kleinodien der deutschen Musik. Ich kann GOTO OKAY nur eine brillante Verschmelzung von Text und Klang bescheinigen. Der "schock" ruft wahrlich heraus, dann "auf"-blende Scheinwerfer, mit vertrackt-genialen Rhythmuseinlagen. In "kassel" bekommt man Lust einfach in den "bus oder bahn" zu steigen, diese Stadt zu bereisen und während der Fahrt über Oliven und Herrn Meyer nachzudenken. Aktueller als in "rezession" geht es nimmer und selbst der arbeitsloseste Konsument wird sich freiwillig dem Gedanken stellen: "wollen wir dies ändern?". Für den alternativen Physikunterricht eignet sich "kopf hoch" bestens. Wann kann der Schüler schon mal vorgesungen bekommen, wie ein Stein in Zeitlupe herunterfällt? Und was passiert dann? Trifft er oder nicht? Track 12 beschließt die CD mit dem streicherprallen Stück "welt unter" - so einen schönen Weltuntergang habe ich noch nicht gehört. Wie gerne möchte auch ich mit meinen Tragetaschen danebenstehen und entspannt zusehen "wie alles untergeht".

Zudem ist auch der Sound dieser CD durchweg angenehm. Sauber gespielte cleane Gitarren und zirpende Sequenzerpassagen werden untermalt (malen trifft es gut) von Klavier und einem Akkordeon, bei dem man sich wünscht es wäre öfter zu hören. Weiterhin erklingen Horn, Trompete und Querflöte und machen "modellsee" für jegliche Ohren geschmeidig.

Ach so viel könnte ich mir noch von der Seele schreiben, aber "wenn ich briefe schreibe/ganz still und leise/dann kommt nur wenig an ..."
Ein abschließender Satz sei mir noch erlaubt, schließlich habe ich lange darauf gewartet, wann ich den endlich mal einsetzen darf. Hier ist er: Für Alben dieser Art wurde die "repeat"-Taste erfunden.

Marco Schlunk
crossover


Rezension auf GAESTELISTE.DE märz 03:

Goto Okay sind seltsam. Man legt das Album "Modellsee" in den Player und fühlt sich unverhofft in die Neunziger zurückversetzt. Eine Zeit also, in der Platten von Blumfeld, Aroma Gold oder Svevo nicht unerhebliche Relevanz hatten. Das erstaunliche an den Songs des zwischenzeitlich in Berlin beheimateten Trios ist die fast schon unverschämte Perfektion und Stilsicherheit, mit der sie jene deutlichen Einflüsse adaptieren und daraus etwas Eigenes kreieren, das in der deutschsprachigen Popmusik momentan seinesgleichen sucht. Mit Songs wie "Kassel" oder "Rezession" hat man Stücke am Start, die problemlos das Zeug zum Klassiker haben. Goto Okay spielen in einer eigenen Liga. Richtig passen sie nirgends dazu. Man ist weder groovy wie Tele oder Geschmeido, noch vordergründig catchy wie viele Bands aus Berlin. "Modellsee" ist eine Platte, die vor allem durch ihre textliche wie musikalische Vielseitigkeit begeistert. Langweilig wird es nie. Fein!

Carsten Wilhelm
gaesteliste.de


Rezension auf PHLOW.DE mai 03:

Vielleicht ist der Bandname Goto Okay wirklich so pragmatisch gemeint, wie er scheint. Eine Aufwärts-bewegung ist recht versteckt, dennoch deutlich spürbar. Das Debutalbum Modellsee vereint Songs, die einem gitarrenungeübten Hörer wir mir, sich schlicht einfach nicht sofort erschließen.
Ja, ein Album mit klassischem Setup: Gitarre, Gesang, Bass und Schlagzeug - vereinzelt Streicher und Bläser. Das, was anfänglich trist und überraschend un-funky auf mich wirkte, entwickelte sich nach mehrmaligen Hören zu kleinen Mini-Oden, die sich öffnen und in gespielter Lässigkeit Verknüpfungen zu heimlichen Pathosmomenten des Lebens herstellen.
Das poppig angehauchte "Rezession" überrascht durch seine Eindrücklichkeit und beschwört auf verwirrend sehnsüchtige Weise unsere gesamtpolitische Situation. Also: umdenken. Überhaupt finden sich hier ungeahnt interessante Momentaufnahmen. Dezent eingestreute musikalische Details unterstützen den Fluss der Songs, die als Ohrwurm getarnt die überaus trickreichen Lyrics sogar in völlig ruhige Momente schleusst. Sehr schön auch, dass Goto Okay in der Lage sind, ambivalent die Uneindeutigkeit zu kultivieren, was den Songs oftmals eine nicht enden wollende Frische gibt.
Für Freunde von Gitarrenklängen definitiv ein Tipp. Für alle anderen gibt es drei leckere mp3 auf ihrer Homepage zum Vorkosten.

Martin Wisniowski
phlow.de